Wie entwickelt sich Sprache im 1. Lebensjahr?

Wie die durchschnittliche Sprachentwicklung im ersten Lebensjahr verl├Ąuft und wie Eltern sie am besten begleiten k├Ânnen: Hier der ├ťberblick sowie wertvolle Hinweise von der P├Ądagogin und psychologischen Beraterin Birgit Hofer.

Die Sprachenwicklung verl├Ąuft nicht parallel mit der geistigen Entwicklung von Kindern. Manche beginnen sehr fr├╝h, also bereits mit ca. 1 ÔÇô 1 ┬Ż Jahren zu sprechen, andere wiederum erst mit 2 ┬Ż – 3 Jahren. Die F├Ąhigkeit zu sprechen steht auch nicht unbedingt in Zusammenhang mit der F├Ąhigkeit zu verstehen.

Kinder lernen das Sprechen von uns Erwachsenen indem sie uns nachahmen, im Normalfall muss deshalb mit Kindern nicht extra ge├╝bt werden. F├╝r die Entwicklung der Sprache braucht es in erster Linie Erwachsene, die interessiert, unverstellt und liebevoll mit dem Kind sprechen, eine „k├╝nstliche“ Babysprache ist nicht n├Âtig. Im Idealfall spricht man bereits von Geburt an mit seinem Kind, erkl├Ąrt dem S├Ąugling was mit ihm gemacht wird, was von ihm erwartet oder was folgen wird. Es gen├╝gt somit vollkommen, wenn wir als Eltern die Zeit mit dem Kind genie├čen, aufmerksam zuh├Âren und auf die Laute der Kinder reagiert. Diese gemeinsame Freude, dieses liebevolle Zusammensein motiviert und ermutigt die Kinder sich mitteilen zu wollen – ganz ohne extra „Sprech├╝bungen“. Zu Beginn wird ein Kind zwar nicht alle Worte verstehen, doch es erkennt die Freude im gemeinsamen Tun und wird langsam verstehen lernen. Am besten also dem Kind ausreichend Zeit geben, mit uns als Eltern zu kommunizieren, indem wir geduldig auf die ersten Sprech-Versuche eingehen und dem Kind antworten.

Wichtig ist au├čerdem, die Kinder nicht nachzuahmen, wenn sich zu Beginn Sprachfehler einschleichen. Auch ein dauerhaftes Ausbessern erzeugt Unmut und l├Ąsst die Freude am Sprechen-lernen abklingen. Es sollte also nicht versucht werden, den Vorgang des Sprechen-lernens zu beschleunigen – das Kind soll sich in seinem eigenen Tempo entfalten k├Ânnen.

„F├╝r die Entwicklung der Sprache braucht es in erster Linie Erwachsene, die interessiert, unverstellt und liebevoll mit dem Kind sprechen, eine „k├╝nstliche“ Babysprache ist nicht n├Âtig. Au├čerdem wichtig: Bitte Kinder nicht nachahmen, wenn sich zu Beginn Sprachfehler einschleichen – es gen├╝gt, wenn wir als Eltern aufmerksam zuh├Âren und auf die Laute der Kinder reagieren.“

Birgit Hofer
Pikler┬«-P├Ądagogin & Psychologische Beraterin

Hier eine ├ťbersicht, wie die Sprachentwicklung im ersten Lebensjahr verl├Ąuft. Wichtig: Es handelt sich dabei um durchschnittliche Angaben zur Orientierung – es ist v├Âllig in Ordnung und im Rahmen, wenn die Entwicklungsschritte erst sp├Ąter einsetzen.

Sprachentwicklung im ersten Lebensjahr

  • 0 ÔÇô 3 Monate: Der S├Ąugling gibt Laute und beobachtet die Menschen, wenn sie mit ihm sprechen. Er beginnt zu lallen und ├╝bt sich tagelang darin, Kehl-, Zungen- und Lippenlaute zu bilden. Gleichzeitig beginnt er den Mund bei Ansprache vom Gegen├╝ber nachzuahmen, er formt ihn nach. Dabei beobachtet er genau den Sprechenden und dessen Lippenbewegungen. Zugleich beginnt er auf Ansprache zu antworten, er lallt freudig. Auch das erste L├Ącheln wird sichtbar.
  • 3 ÔÇô 6 Monate: Der S├Ąugling ist schon sehr aufmerksam und ausdauernd f├╝r seine Umgebung. Sein l├Ącheln wird immer bewusster. Er teilt sich jetzt mit gurren, lallen und brabbeln mit und f├╝hrt schon erste ÔÇ×Gespr├ĄcheÔÇť, indem er auf Ansprache reagiert und eine Antwort abwartet. Mit ca. 6 Monaten erkennt der S├Ąugling auch schon seinen Namen und reagiert, wenn es angesprochen oder gerufen wird. Der sprachliche Inhalt wird noch nicht verstanden, es erkennt jedoch die Melodie, den Klang und die K├Ârpersprache des Sprechers. Der S├Ąugling beginnt auch die Worte w├Ąhrend einer Pflegehandlung (z.B. Wickeln) zu verstehen und darauf zu reagieren.
  • 6 ÔÇô 12 Monate: Das Kind ├╝bt sich fortlaufend mit Lallmonologen. Es bildet diese mit Vokalen, Konsonanten oder bildet Silbenketten wie lalalll, gugugu, mamama, papapa, brrrrr. Zwar wei├č es noch nicht was es ÔÇ×sagtÔÇť, es erkennt jedoch, dass es etwas in seiner Umgebung bewirken kann. Gleichzeitig kann das Kind manchmal schon einfache Aufgaben erf├╝llen. Es bleibt z. B. stehen oder kommt, wenn es gerufen wird, reagiert auf einfache Bitten.

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